Beeindruckender Vortrag von Patricia Litten


Die Nürnberger Schauspielerin Patricia Litten kam Mitte März ans HGF, um aus dem Buch „Eine Mutter kämpft gegen Hitler“ zu lesen, das vom verzweifelten Einsatz ihrer Großmutter Irmgard für ihren von den Nationalsozialisten inhaftierten Sohn Hans erzählt.
Vorausgegangen war 1931 ein Prozess, in dem der damals 27jähre Anwalt Litten Adolf Hitler als Zeuge vor Gericht vernahm. Dabei brachte er Hitler dermaßen in Bedrängnis, dass dessen sonst so selbstsicheres Auftreten große Risse bekam. Sogar in die erfolgreiche Serie „Babylon Berlin“ hat es dieser Triumph über den Parteivorsitzenden geschafft. Es war jedoch nur ein kurzer Triumph der Menschlichkeit, denn schon beim Verlassen des Gerichtssaals schwor Hitler, die Familie Litten zu vernichten, sobald er dazu in der Lage wäre.
Tatsächlich wurde Hans Litten dann 1933 verhaftet und jahrelang in verschiedenen Lagern festgehalten und gefoltert, während seine Mutter verzweifelt versuchte, eine Begnadigung für ihren Sohn zu erwirken. Erfolglos. Hans Litten starb 1938 nach fünf Jahren Haft im KZ Dachau.
Die Schülerinnen und Schüler der 9., 10. und 11. Klassen folgten dem Vortrag von Litten sichtlich bewegt und interessiert. Da sie ihr Publikum immer wieder durch Fragen einbezog, kam es zu einem lebendigen Austausch, für den die 90 angesetzten Minuten nicht ausreichten. Kurzerhand verlängerte der Schulleiter die Veranstaltung für Interessierte, so dass jeder, der es wollte, persönlich mit der charismatischen Schauspielerin sprechen konnte.
SB